Wie kam es zu ERES?

Die Entdeckung unserer natürlichen Ressource, emotionalen Stress, Unbehagen und Ängste mit Hilfe einer zielgerichteten körperorientierten Vorgehensweise aufzulösen hat weit zurückreichende Wurzeln.

 

In unserem westlichen Kulturkreis in den frühen 80er Jahren war der französische Physiotherapeut  Jean Paul Rességuier ein bedeutender Vorreiter. Er beobachtete, dass Beschwerden durch eine besondere und konstante Aufmerksamkeit auf die zugehörigen Körperemfindungen beeinflusst werden konnten. Wurde ein Patient entsprechend in seiner Körperwahrnehmung angeleitet, verbesserte sich häufig sein generelles Wohlbefinden. Die Methode Rességuier zur Harmonisierung unseres sensiblen Körpers ("L'Harmonisation du Corps Sensible") wurde bald in vielen Ländern gelehrt. Das Besondere und Neue dabei war damals, dass sich die Therapeuten mit der subjektiven Wirklichkeit der Patienten in ihrer Körperwahrnehmung auseinandersetzten, ohne mit der sonst üblichen Interpretation von Symptomen zu beginnen.

 

Über seine Ausbildung in der Methode Rességuier kam der vielseitig interessierte französische Kinesiotherapeut und Forscher Didier Goudeau zum ersten Mal in Kontakt mit einer Form der emotionalen Begleitung von Patienten, aus der er die ersten Vorläufer unserer heutigen ERES-Sitzungen entwickelte. Die ersten Anweisungen, direkt, achtsam und passiv im Körper das Geschehen zu beobachten, brachte Didier Goudeau schon aus der Vorgehensweise von Paul Rességuier mit: "C’est comment, maintenant, dans le corps ?" ("Wie fühlt es sich jetzt gerade im Körper an?")

 

Anfang 2000 lebte und arbeitete Didier Goudeau in Montpellier. Dort lernte Luc Nicon ihn kennen, der damals als Lehrer für Schauspielkunst unterrichtete. Während der sich vertiefenden Freundschaft interessierte sich Luc Nicon immer mehr für die besondere Art der Begleitung von Klienten, in deren Hintergründe und Durchführung Didier Goudeau ihn einführte.

Forschungsbegeistert entwickelten sie gemeinsam die ersten Sitzungen zur Regulierung emotionaler Schwierigkeiten und Stress über achtsame sensorische Körperwahrnehmung. Luc Nicon hatte die Genialität, alle bis dahin zusammen gebrachten Erfahrungen seines Freundes und vieler weiterer Forscher wie u.a. Paul Rességuier, Anne Ancelin Schützenberger (Generationsübertragung von Traumata), dem deutschen Arzt Dr. Raymond Hamer und seines Schülers Claude Sabbah (Biologische Decodierung) sinnreich zusammen zu bringen. In fünfzehn Jahren intensiver angewandter pädagogischer Forschung entwickelte er aus den bis dahin eher wenig zielgerichteten Vorgehensweisen seiner Vorgänger eine hochpräzise Technik, emotionale Alltagsblockaden und Ängste gezielt aufzulösen. Es gelang ihm, sowohl eine effiziente direkte Begleitung beim Auftreten von unangenehmen Emotionen im Alltag zu entwickeln als auch eine zeitversetzte Version, die zunächst während vieler Jahre unter dem Namen Tipi bekannt wurde.

 

Parallel zu der Entwicklung dieser präzisen Vorgehensweise von Tipi mit Menschen sammelte eine kleine Gruppe begeisterter Tipi-Coaches und Tierkenner im Norden Frankreichs erste Erfahrungen zur emotionalen Selbstregulierung bei Tieren.

Francis Fraise, Olivier Hibon und die Tierärztin Nayla Cherino Parra beobachteten insbesondere bei Kühen und Pferden, wie diese auf natürliche Art und  Weise Stress und unangenehme Emotionen unter Nutzung der natürlichen Ressource der Selbstregulierung auflösten. Ein detailliertes Forschungsvorhaben zu den Möglichkeiten von Tieren und Kleinkindern, ihre emotionalen Unbehagen selbst zu regulieren ist aktuell in Planung.

 

Seit 2017 haben sich die bisherigen Ausbildender/innen von Coaches zur emotionalen Selbstregulierung unter dem Dach des International Institut for Emotional Health in San Francisco zusammengeschlossen. Die Begleitung mit der von ihnen weiterentwickelten aktuellen Form der Emotional Resolution wird im französischen und englischen Sprachraum unter der Abkürzung EMRES und im deutschsprachigen Raum als ERES ausgebildet.

 

 a Cherino Parra

Nayla Cherino Parra